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Mit Brownfield-Strategien bestehende Werke zukunftssicher gestalten

Wenn Unternehmen ihre Werksstruktur anpassen, geht es um mehr als eine bauliche Entscheidung – es geht um Zukunftssicherheit. Christof Bartsch, Senior Manager und Mitglied der Geschäftsleitung der PROTEMA Unternehmensberatung, erläutert im Blogbeitrag, wie Unternehmen fundiert zwischen Greenfield- und Brownfield-Ansätzen abwägen können. Er zeigt auf, warum der Brownfield-Ansatz bei strukturierter Planung häufig die wirtschaftlichere, nachhaltigere und strategisch flexiblere Lösung ist.

Viele Produktionsunternehmen stehen irgendwann vor der Frage, wie sie mit ihren in die Jahre gekommenen Werksstrukturen umgehen sollen. Oft scheint ein Neubau auf der "grünen Wiese" der einfachere Weg – doch gerade der Brownfield-Ansatz bietet vielfach die besseren Lösungen. Wer strategisch plant, kann durch Um- und Ausbauten im Bestand erhebliche Effizienzgewinne erzielen. An diesem Punkt sollten Organisationen einen Schnitt in ihrer Vorgehensweise machen und sich die Frage stellen, wie ihre Produktions- und Logistikprozesse langfristig entwickelt werden sollen und wie ihr Werk entsprechend gestaltet werden muss.

 

Das Thema wird in unserem ausführlichen Fachbeitrag detailliert erläutert.

FACHBEITRAG: Mit Brownfield-Projekten zu optimalen Werksstrukturen

 

 

Greenfield oder Brownfield - eine strategische Grundsatzentscheidung

Greenfield-Projekte gelten als planungssicher und unkompliziert. Doch sie bringen hohe Investitionskosten und Flächenverbrauch mit sich. Der Brownfield-Ansatz hingegen nutzt vorhandene Flächen, schont Ressourcen und ist meist nachhaltiger. Gleichzeitig stellt er Unternehmen vor komplexere Aufgaben: Bestehende Gebäude müssen analysiert, Produktionsprozesse weitergedacht und Realisierungspläne stufenweise umgesetzt werden. Doch mit externer Expertise lassen sich diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen.

 

Form follows function: Prozesse bestimmen die Gebäudeplanung

Der zentrale Grundsatz moderner Werksplanung lautet: Die Prozesse bestimmen die Form, nicht umgekehrt. Deshalb beginnt jede Optimierung – ob im Brownfield oder Greenfield – mit einer Idealplanung. Diese zeigt, wie ein Werk ohne Restriktionen aufgebaut sein müsste, um maximale Effizienz zu erreichen. Erst im Anschluss werden Einschränkungen wie Baurecht, Denkmalschutz oder Bestandselemente berücksichtigt. Ergebnis ist eine Realplanung, die sich am Optimum orientiert, aber realistisch umsetzbar bleibt.

 

Stufenweise Umsetzung im laufenden Betrieb

Der große Vorteil des Brownfield-Ansatzes liegt darin, dass Unternehmen ihre Werke schrittweise und ohne große Betriebsunterbrechung optimieren können. "In der Realisierung muss im Brownfield ein mehrstufiger Realisierungsplan ausgearbeitet werden, um die Realplanung mit möglichst wenig Eingriffen in den laufenden Betrieb umsetzen zu können", erklärt Christof Bartsch von PROTEMA. So lassen sich Produktionsstopps vermeiden und Umbauten wirtschaftlich staffeln.

 

Nachhaltigkeit als Bonus

Nicht nur wirtschaftlich, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit punktet die Brownfield-Strategie. Wer bestehende Bausubstanz nutzt, spart CO2, reduziert Baumaterialbedarf und kann Zertifizierungen wie die der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) einfacher erreichen. Damit wird das Sanieren von Bestandsgebäuden zur tragfähigen Lösung für Unternehmen, die ökologisch wie ökonomisch zukunftssicher agieren wollen.

 

Referenz: Hessischer Zulieferer der Pharma- und Kosmetikindustrie

 

Für einen Zulieferer der Pharma- und Kosmetikindustrie mit Sitz in Hessen hat die Unternehmensberatung PROTEMA das Konzept für umfangreiche Umbaumaßnahmen entwickelt. Dieses Konzept kombiniert den Greenfield- mit dem Brownfieldansatz.

Ausgangssituation

  • Die bestehenden Werksgebäude sind zum Teil mehrere Jahrzehnte alt und sehr sanierungsbedürftig.
  • Die Gebäude sind hinsichtlich der Produktion bereits voll ausgenutzt.
  • Die Logistik wurde bereits zum großen Teil ausgelagert.
  • Das hessische Unternehmen plant weiteres Wachstum.


Vorgehensweise

  • Analyse der bestehenden Situation: PROTEMA prüfte, wie die vorhandenen Gebäude optimal saniert und das Werksgelände bestmöglich genutzt werden können, um das geplante Wachstum zu ermöglichen.
  • Erkenntnis zur Brownfield-Option: Es zeigte sich, dass der angestrebte Idealzustand mit einer reinen Brownfieldplanung nicht annähernd erreichbar ist.
  • Prüfung eines Greenfield-Szenarios: Die Beraterinnen und Berater betrachteten auch eine Greenfield-Option, die jedoch aufgrund sehr hoher Investitionskosten nicht überzeugte.
  • Zentrales Ergebnis: Weder ein reiner Greenfield- noch ein reiner Brownfield-Ansatz ist erfolgversprechend umsetzbar.

 

Konzept

  • Kombination: Das abgeschlossene Konzept sieht eine Mischung aus Greenfield- und Brownfield-Ansatz vor.
  • Neubau: Auf dem angrenzenden Grundstück entsteht ein neues Gebäude mit rund 3.000 qm Fläche.
  • Umsiedlung: Die Produktgruppe mit dem höchsten Wachstum zieht in den Neubau und erhält eine neue, automatisierte Fertigungstechnik.
  • Wachstums: Durch die neue Technik werden steigende Stückzahlen und effiziente Prozesse ermöglicht.
  • Erneuerung: Die durch den Umzug frei werdenden Flächen im sanierungsbedürftigen Gebäude können anschließend nach und nach modernisiert werden.

 

 

 

Best Practice: Kombinierte Strategie aus Greenfield und Brownfield

Wie gut sich beide Ansätze kombinieren lassen, zeigt ein Projekt von PROTEMA für einen hessischen Zulieferer der Pharma- und Kosmetikindustrie. Dort wurde auf dem Nachbargrundstück ein neues Gebäude errichtet, das eine wachstumsstarke Produktgruppe aufnimmt. Im bisherigen Bestand können dadurch Flächen freigezogen und schrittweise modernisiert werden. Thomas Jurgeleit fasst zusammen: "Brownfield bietet oftmals sehr gute Lösungsansätze sowie Realisierungsmöglichkeiten und kann zudem der kostengünstigere und nachhaltigere Ansatz sein."    

 

Fazit: Brownfield als Chance begreifen

Die Entscheidung, ob ein neues Werk auf der „grünen Wiese“ oder durch die Nutzung und Sanierung bestehender Gebäude errichtet wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Während Neubauten oft als einfacher erscheinen, bietet der Brownfield-Ansatz zahlreiche Vorteile, insbesondere in Bezug auf Kosten und Nachhaltigkeit. Durch strategische Planung und die Berücksichtigung der spezifischen Unternehmensprozesse können bestehende Strukturen effektiv angepasst werden. Eine gründliche Analyse und eine Idealplanung ohne Restriktionen bilden dabei den Ausgangspunkt. 

Der Umbau bestehender Gebäude erfordert jedoch eine sorgfältige, schrittweise Umsetzung und kann durch die Expertise externer Partner optimiert werden. Insgesamt bietet der Brownfield-Ansatz eine realistische und oft vorteilhafte Alternative zum Neubau.

 

Bestehende Werke zukunftssicher entwickeln - Brownfield-Potenziale gezielt nutzen

Sie planen die Optimierung oder Weiterentwicklung Ihres bestehenden Werks? Wir unterstützen Sie von der Idealplanung bis zur schrittweisen Umsetzung – effizient, wirtschaftlich und mit möglichst geringen Eingriffen in den laufenden Betrieb.

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