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Ist Tatar wirklich roh oder kommt da noch der heiße Stein? – Was macht einen erfahrenen Berater aus?

Tatar

Menschen aus unterschiedlichen Generationen können erheblich von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren. Das gilt insbesondere für Projektteams. Doch was macht einen erfahrenen Berater aus? Wie kann Erfahrung weitergegeben werden? Und was hat Tatar eigentlich mit Geschichtenerzählen zu tun?

Wie interessant ist es, wenn bei Projekten oder dem Tagesgeschäft junge und erfahrene Mitarbeiter zusammenkommen? Ähnlich wie bei einer Familie haben die Kollegen einen gemeinsamen Geist, einen großen Altersunterschied (von den Enkelkindern bis zu den Großeltern) und fachliche und private Interessen. Gerne sprechen wir davon, dass junge Mitarbeiter von den „Alten“ etwas lernen können, aber auch die Jungen vermitteln den Älteren Gelerntes.

 

Doch was macht den erfahrenen Mitarbeiter aus?

Per Definition hat Erfahrung zwei Bedeutungen. Zum einen ist es ein bestimmtes Erlebnis eines Menschen, das er selbst erlebt und somit selbst wahrgenommen hat. Zum anderen spricht man von der Lebenserfahrung, also der Gesamtheit aller Ereignisse, die ein Mensch gesammelt hat.

Die Lebenserfahrung kann in berufliche und persönliche Erfahrungen differenziert werden. Die berufliche Erfahrung bezieht sich auf fachliche Weiterentwicklung, Methodenkompetenz und Vorgehensweisen, wie ein Erlebnis bei einem Workshop oder die erste Moderation. Die persönliche Erfahrung umfasst Ereignisse, die uns als Menschen prägen, formen, reifen oder beeinflussen. Dazu zählt die heiße Herdplatte in der Kindheit, Erlebnisse mit Freunden oder auch das erste liegengebliebene Auto, das laut Händler noch mindestens 100.000 km fährt.

Oft sprechen wir auch von einem Erfahrungsschatz. Also ist der „Besitz“ von Erfahrungen etwas Wertvolles? Ich denke ja! Denn was macht uns als Menschen so einzigartig? Es ist die Erziehung, die Ausbildung und die Erfahrung. Generell wird jedoch nicht gewertet, ob Erfahrungen positiv oder negativ sind, es ist eher wichtig, wie wir sie vermitteln. Auch Negatives kann positiv weitergegeben werden.

 

Wie schaffen wir es nun, dass erfahrene Mitarbeiter ihre Erfahrung an andere weitergeben?

Oft sind wir bei unseren Projekten nicht alleine unterwegs, sondern in einem Team aus Projektleitern (erfahrenen Beratern), Experten (einschlägig erfahrenen Beratern) und Projektmitgliedern aus verschiedenen Fachbereichen und mit unterschiedlicher Berufserfahrung. Dabei übernimmt der erfahrene Berater die Rolle des Lehrers und Trainers. Dadurch, dass er eine Vorgehensweise aufzeigt, Aufgaben delegiert oder mit dem Kunden kommuniziert, überträgt er seinen Erfahrungsschatz an die anderen Teammitglieder. Der Fokus steht dabei auf der fachlichen Ebene.

Auf der anderen Seite tauschen wir Erlebnisse im Büro, beim Essen oder in der gemeinsamen Freizeit aus. Dabei geht der Austausch über das berufliche hinaus in den privaten Bereich. Selbst beim Abendessen im Ausland können Erfahrungen und Vorkenntnisse hilfreich sein.

Beispiel gefällig? Ein Projektteam wurde im Rahmen eines Projektes in Tschechien vom Kunden zum Essen eingeladen. Mit dabei war ein junger Mitarbeiter des Auftragsgebers aus Deutschland. Nach einem Blick auf die Speisekarte fragte er mehrere Mitarbeiter, welches Gericht empfehlenswert wäre, da er keines der Gerichte wirklich kannte. Man rat ihm das Gulasch zu bestellen, weil das erfahrungsgemäß alle gerne essen und es keiner bisher stehen ließ. Kurz vor der Bestellung fragte er noch einen tschechischen Kollegen, was er wohl empfehle und er antwortete das Tatar sei hier hervorragend. So gesagt, so getan! Als nun das Essen kam, wunderte er sich über das noch rohe Fleisch und wann denn der heiße Stein zur Zubereitung käme. Für uns alle ein schöner Abend mit einem hungrigen Teammitglied, der das rohe Fleisch nicht anrührte. Fazit: Wenn ein erfahrener Mitarbeiter seine Empfehlung und somit seine Erfahrung kundtut, diese auch annehmen.

 

Doch wie transportieren wir am besten die Erfahrung?

Der einfachste Weg Erfahrungen weiterzugeben ist über diese zu berichten – getreu dem Motto „Tu Gutes und sprich darüber“. Das Wissen kommt jedoch nicht nur den eigenen Mitarbeitern zugute, sondern auch dem Kunden. Kleine Anekdoten aus dem Alltag und Erfahrungsberichte lockern nicht nur die Situation auf, sie verdeutlichen auch, dass man weiß, wovon man spricht. Eine Geschichte ist jedoch nur so gut wie sie erzählt wird. Das heißt, wir müssen ein guter Geschichtenerzähler sein und die Menschen, denen wir etwas weitergeben wollen, mit dem Thema fesseln, so dass das Erzählte auch bei ihnen haften bleibt.

 

Was macht einen guten Geschichtenerzähler aus?

Der Erzähler muss die Zuhörer mit dem Thema fesseln und begeistern. Die Geschichte muss so erzählt werden, dass der Zuhörer sie versteht, ohne sich in Details zu verlieren. Des Weiteren muss man sich bewusst sein, wer die Zuhörer sind und welchen Hintergrund sie haben. Es könnte herausfordernd sein, Gegnern des Stuttgart 21 Projekts die Faszination von Tunnelbohrmaschinen zu vermitteln.

Die Erzählung darf gerne verschönert werden, aber nur so viel, dass die Wahrheit erhalten bleibt. Wird über eine Person berichtet, sollte der Name anonym bleiben. Es kann sehr peinlich sein, wenn einer der Zuhörer die Person kennt. Auch darf die Geschichte nicht zu lange sein. Gute Erzählungen dauern etwa 1 bis 2 Minuten. Bei einem Erlebnis aus dem privaten Bereich erhält man möglicherweise auch einen Zugang zu einer eher persönlichen Beziehung. Das erleichtert die Zusammenarbeit und es entsteht ein besseres füreinander.

Mir selbst macht es Spaß, hier und da bei einem Workshop ein Erlebnis aus meinem Berufsleben anzubringen. Dabei stelle ich fest, dass es die Stimmung auflockert und die Kunden registrieren, dass ich nicht nur von einer Beratertheorie erzähle, sondern dass ich meine Erfahrungen weitergebe. Wenn ich gefragt werde was Tatar ist, dann erzähle ich die lohnenswerte und lehrreiche Geschichte vom Tatar ohne heißen Stein.



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