Der Zollstreit endet mit einem Kompromiss und einem Handelsabkommen zwischen der EU und USA. Das Abkommen sieht einen Zollsatz von 15% auf die meisten Exporte in die USA vor. Die Zölle auf Aluminium und Stahl sollen gesenkt werden. Derzeit unterliegen diese Waren einem Zollsatz von 50%.
Die globalen Lieferketten sind komplex, und Zölle sowie Handelsbarrieren können die Rentabilität von Exporten erheblich beeinflussen.
Für europäische Unternehmen mit einem substanziellen Exportanteil in die Vereinigten Staaten, die bisher wenig oder gar nicht in den USA produziert haben, stellt sich daher immer drängender die Frage: Wie kann man die eigene Marktposition stärken und unabhängiger von externen Faktoren werden?
Produktionsverlagerung als strategische Option für den Mittelstand
Auch wenn sich die aktuellen Bemühungen um eine Reindustrialisierung der USA wie kurzfristiger Aktionismus anfühlen mögen, so bieten sie eine nachhaltige Chance für 'Hidden Champions' und Mittelständler, eine Produktion in den Vereinigten Staaten anzusiedeln. Der Aufbau oder die Erweiterung Ihres Produktionsnetzwerks mit einem Werk in den USA kann hier entscheidende Vorteile bieten. Neben einer deutlich verbesserten Supply Chain und potenziellen steuerlichen Vorteilen locken die USA mit lukrativen Förderprogrammen auf Bundes-, Staats- und County-Ebene für die Ansiedlung von Unternehmen.
Der Zollstreit ist nur der sichtbare Auslöser – tatsächlich steckt dahinter die strategische Absicht, Produktion gezielt zurück in die USA zu holen. Dieses Ziel wird durch umfangreiche Fördermaßnahmen auf Bundes-, Landes- und County-Ebene aktiv unterstützt.
Thomas Jurgeleit, Senior Manager und Mitglied der Geschäftsleitung, PROTEMA
Was uns mit der Maßnahme des Zollstreits als eine Provokation erscheint, ist der Versuch wieder Unternehmen mit Produktionsstätten anzusiedeln. Wir sehen in der aktuellen Dynamik – wo der Wunsch nach lokaler Produktion in den USA wächst – eine große Chance.
Die Vereinigten Staaten sind in vielen Bereichen zu einem Importland geworden, das stark von exportierenden Staaten abhängig ist. Während einige Branchen, wie beispielsweise die Automobilproduktion, weiterhin die Endmontage im Land haben, werden viele andere Produkte im Ausland gefertigt und über große Logistikzentren abgewickelt.
Förderprogramme und Standortvorteile: Mehr als nur steuerliche Anreize
Unsere Erfahrung zeigt, dass Staaten, Countys und Städte die Ansiedlung von produzierendem Gewerbe begrüßen und entsprechend fördern. In den letzten Jahren ist besonders der Logistiksektor in den USA stark gewachsen, dies geht einher mit zunehmendem Straßenverkehr und weniger attraktive Arbeitsplätze.
Auf der Arbeitnehmerseite ist die Erkenntnis auch angekommen und die Mitarbeiter wünschen sich neben einem angemessenen Gehalt und Sozialleistungen einen interessanten Beruf. Die Community College helfen den Unternehmen Mitarbeiter auszubilden.
Von der Idee zur Umsetzung: Wie wir Sie beim Markteintritt in den USA begleiten
Doch wo ist der ideale Standort für eine neue Produktionsstätte? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig und von mehreren Faktoren ab. Neben dem Kunden- und Lieferantenschwerpunkt können Kriterien wie Infrastruktur, Umweltregulatorien, Mitarbeiterverfügbarkeit, Steuern, Stromversorgung und vor allem Kosten ausschlaggebend sein für einen Bundesstaat oder eine bestimmte Region.
Wir unterstützen Sie gerne schon in einer frühen Phase bei der Erstellung eines globalen Produktions-Footprints und einer Machbarkeitsstudie. Wir begleiten Sie bis zur Suche nach dem geeigneten Bundesstaat oder Objekt und der detaillierten Planung Ihrer Produktionsstätte. Wir verfügen über die Erfahrung und ein etabliertes Netzwerk von Partnern vor Ort in vielen attraktiven Staaten und Regionen in den USA.
Fazit
Der aktuelle Zollkompromiss zwischen der EU und den USA ist mehr als eine handelspolitische Maßnahme – er ist ein Signal für strukturelle Veränderungen im transatlantischen Wirtschaftsraum. Für europäische Unternehmen eröffnet sich die Chance, durch eine gezielte Produktionsverlagerung in die USA ihre Lieferketten zu stabilisieren, Marktzugänge zu sichern und von umfangreichen staatlichen Förderprogrammen zu profitieren. Eine frühzeitige, strategisch fundierte Standortentscheidung kann zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
PROTEMA unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung des Globalen Produktionsfootprint, bei der Suche nach geeignetem Land oder Gebäude, bis zur Planung des Produktionsgebäude.
Autor: Thomas Jurgeleit ist Senior Manager bei PROTEMA. Mit langjähriger Erfahrung in der strategischen Produktions- und Standortplanung berät er Unternehmen bei der Entwicklung globaler Produktionsnetzwerke, der Auswahl neuer Standorte sowie bei der erfolgreichen Ansiedlung im In- und Ausland – insbesondere in den Vereinigten Staaten.
Mehr zum Fokusthema Produktions- und Logistikstandort in den USA
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